Jahr:

2008-07-06-05-04-03-02-01

Sandrine Mahéo   Jungle

Februar

Titel: Treibhauslandschaft

Im Februar 2008 präsentierte Sandrine Mahéo auf den Wänden der Galerie ein Panorama-Wandgemälde, das von einer Reihe von Digitalzeichnungen zum Thema Natur inspiriert wurde. Trotz der Erstellung auf dem Computer sind diese Zeichnungen in keiner Weise glatt, und die Künstlerhand (Kritzeln, Radieren, künstlerische Gestik) ist überall zugegen. Die Zeichnungen, die maßstabsgerecht wie die Architektur sind und von Hand nachgestaltet werden, verwandeln die traditionelle Beziehung zwischen dem Part der „künstlerischen Hand” und dem des Werkzeugs der Reproduktion, das gleichzeitig verlängert und pervertiert ist. Die Natur wird hier lediglich wie ein zufällig gewähltes Subjekt betrachtet, aber durchaus als der Ort der Frage nach dem Platz der menschlichen Hand angesichts der Maschine und der Positionierung des Künstlers gegenüber seinem Subjekt.

Kontakt: s.maheo@yahoo.fr

Mehr Information: http://sandrine.maheo.over-blog.fr/

 

Tatjana Marusic   Videoinstallationen

März

 

Die in Berlin lebende Schweizer Video- und Installationskünstlerin Tatjana Marusic (*1971) zeigte drei Video und mixed-media Installationen:

"Nuvel Vage" II, 2 Kanal Videoprojektion und Skulptur / 2007

"mosquito, mosquito & transfusion, transfusion", Video / 2004 (bosanskohercegovackosrbskohrvatski / english)

"Die naive Schweizerin", audiovisuelle Installation / 2006

 

Kontakt: tati_x@gmx.net

http://tatjanamarusic.com
http://www.likeyou.com/tatjanamarusic

 

Zeichnung die bleibt zeigt : coverversionen von

Anna Bromly, Anke Fischer, Isabella Gresser, Christian Hückstädt, Martina Leykamm

#2 Art Decore 2008

April

 

Die in Berlin lebende Schweizer Video- und Installationskünstlerin Tatjana Marusic (*1971) zeigte drei Video und mixed-media Installationen:

"Nuvel Vage" II, 2 Kanal Videoprojektion und Skulptur / 2007

"mosquito, mosquito & transfusion, transfusion", Video / 2004 (bosanskohercegovackosrbskohrvatski / english)

"Die naive Schweizerin", audiovisuelle Installation / 2006

 

Mehr Informationen: http://www.zeichnungdiebleibt.de

 

Paul Gazzola   Walk Series – Hakodate, Japan

Mai

In reinterpreting the simple human activity of walking as a filmed event, STREET WALKS picks up on this juncture between the real and the potential for staged fictions, as reframed through the cameras lens.

Filmed at walking speed from a moving vehicle, a distinct approach to the way the city's topography is conventionally witnessed is generated. Highlighting the characteristics of the urban composition in juxtaposition to the filmed body.

This project was made during an ASIALINK RESIDENCY at FUN - FUTURE UNIVERSITY, HAKODATE, JAPAN IN 2007. Funded by ArtsWA and the Australia Council, the Federal Government's arts funding and advisory body.

Kontakt: paul.gazzola@gmail.com

Mehr Information: http://www.paulgazzola.blogspot.com

 

Andy Holtin   The Reasonable Expectation of Privacy

Juni

Diese Ausstellung zeigte neue Kunst von dem Amerikanischen Künstler Andy Holtin. Er beschäftigt sich mit der menschlichen Kondition als Objekt der maschinellen Wahnehmung. Die allgegenwärtige Überwachungskamera wird nachgeprüft, als empfindungsfähig sowohl wie machtlos gezeigt. Der Titel für die Ausstellung kommt von einem juristischen Satz der amerikanischen Gesetzgebung, der sich auf den Mangel von expliziten Rechten auf die Privatsphäre bezieht.

 

Kontakt: holtin@unt.edu

 

Mario Gerhard Lischewsky  Unabhängen

Juli

Die Ausstellung von Mario Gerhard Lischewsky war eine weitere Auseinandersetzung mit den verschiedenen Lebensmodellen der modernen Metropole, die den Künstler schon in seiner vorangegangenen Ausstellung „Raumkollisionen” im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, beschäftigt haben.

UNABHÄNGEN ist der Wille zum Leben, der einen Weg auf der Grenze zwischen Realität und Scheinwelt durchschlägt mit allen damit verbundenen Verlusten. Im Kontext der urbanen Landschaft bestimmt Zeit die Funktion in der Moderne, doch der Mensch meint, über seine Frei-Zeit bestimmen zu können.

Die Ausstellung in der Galerie 35 schließt Ölbilder zusammen, die in Form eines Moduls die Ausstellungsfläche einnehmen. Das Ganze und das Einzelne werden miteinander verknüpft und in ein universales Gesamtgeschehen gebracht. So wird auch eine neue Konstellation zwischen Ausstellungsraum und dem Umfeld der Galerie erreicht und dem Thema weitere Intensität verliehen.

In der überdimensionalen Form kumulieren einzelne Bewegungen in eine auf den Betrachter zukommende Welle. Je tiefer er eintaucht, desto mehr wird er entdecken. Aus der Gruppe treten Menschen im Augenblick höchster Dynamik als Helden ihrer Freizeit hervor und entblößen, was sie im Innersten bewegt.

Die Komplexität des Themas bedient sich einer Vielfalt malerischer Techniken. Durch starkfarbige Graphismen und augenweiche Nuancen werden die Formen durch Linien aus strotzender Energie und Temperament sicher beherrscht und bewegt und somit das Wesentliche aus der Form hervorgehoben. Dynamik und Inhalt bestimmen die Komposition.

Mario Gerhard Lischewsky, 1976 in Sofia geboren, studierte als Stipendiat der Stiftung „Open Society“ an der Akademie der Feinen Künste in Sofia Malerei und Kunstpädagogik. Seit 2001 lebt und arbeitet er in Berlin, wo er mehrere Einzel- und Gruppenausstellungen hatte und unterrichtet momentan Figürliches Zeichnen im Fachbereich Design an der FHTW-Berlin.

 

Mehr Informationen : www.mario-lischewsky.de

 

Jeff Desserre   Eine lange Geschichte

August

„Eine lange Geschichte” ist der Titel eines im Jahr 1984 verfassten Textes von Alain Watier. Dieser Text ist eine Aneinanderreihung von Theaterszenen, die im Prinzip unspielbar sind (zumindest nicht in ihrer Gesamtheit): in einem abstrakten Raum, den man sich völlig leer und weiß vorstellen kann, ergibt eine Szene die andere (appelliert eine Szene an die andere), und nach und nach wird die Welt der Menschen und ihres Gottes („Lunique”/Der Allmächtige) verkörperlicht. Dieses unmögliche Stück wurde vom Autor mit nur wenigen Exemplaren in Form von kostenlos verteilten Heftchen veröffentlicht. Erst viel später, nachdem ich das Stück gelesen und bereits entschieden hatte, es in Bilder umzusetzen, erfuhr ich, dass die ursprüngliche Idee Alain Watiers war, eine Reihe von Zeichnungen anzufertigen (eine pro Szene) und sie so anzuordnen, dass daraus ein Comic entstehen würde. Aus einer Unzahl von Gründen, die nicht in seiner Person liegen, ließ er das Projekt fallen, das ich heute im Bewusstsein der „Geister” seiner Bilder, die seitdem über den meinen schweben, wieder aufnehme. Diese Ausstellung war ganz aus von Texten begleiteten Wandzeichnungen zusammengestellt. Eine Auswahl von Szenen nimmt entlang einer sich aus dem Maßstab und der Anordnung der Personen ergebenden horizontalen und unsichtbaren Linie auf den weißen Wänden der Galerie Gestalt an.

Jean-François Desserre
http://jeffdesserre.blogg.org/

Alain Watier
http://www.entropie.canalblog.com/

 

Nihad Nino Pusija   ZIGEUNER ART

September

STATEMENT

Ich lebe seit sechzehn Jahren in Berlin und habe diesen spannenden Ort für meine Fotografie bewusst gewählt: nirgendwo sonst auf der Welt begegnet man der Situation, dass zwei voneinander getrennte Metropolenhälften wieder zusammen wachsen müssen. Nirgendwo sonst findet man diese Schnittstelle, diesen starken Kontakt vom ehemaligen Ost- und Westblock. Innerhalb dieses Überganges, in dem ich mich als Künstler bewege, treffe ich auf verschiedene Mikrokosmen dieses Wandels: in einer Straße, an einem Imbiss und auf einer Bank im Park. Als Fotograf, auch als ausländischer Fotograf, habe ich mir zur Aufgabe gemacht, diese Begegnungen auf die Gesichter der Bewohner zu projizieren und diese mit Hilfe der Künstlerischen Fotografie zu bannen.
Die Reflexion des Mediums als mögliches Mittel der Identitätsstiftung, im Sinne der Verarbeitung meiner eigenen Rolle innerhalb gesellschaftlicher Prozesse, mag dabei eine Rolle spielen. Je länger ich in Deutschland lebe, umso wichtiger wird es für mich, Strategien zu entwickeln, meine eigenen Erfahrungen in das differenzierte mediale Umfeld einzubringen.
Es sind in sich abgeschlossene Portraitserien von Roma in Deutschland und Europa und ihren persönlichen Geschichten zur Jahrhundertwende entstanden, die über verschiedenartige Definitionen zu einer Gruppe werden.
Mein künstlerisches Ziel ist es, dort, wo ich lebe und arbeite, Mikrokosmen aufzuspüren, Veränderungen im Kleinen zu dokumentieren und Unauffälliges festzuhalten, um mit den so Entstandenden Serien ein tendenzielles Gesamtbild meiner Umgebung und des Alltags meines Aufenthaltes abzubilden.
Das Kunstwerk ist abgeschlossen, wenn sich mein Aufenthaltsort ändert.

Nihad Nino Pušija

Berlin 2008

Kontakt:

Kontakt: info@fotofabrika.de
www.fotofabrika.de

 

Hynek Alt
(in Zusammenarbeit mit Aleksandra Vajd)
  

FOTOGRAF

September

Hynek Alt: Photographer. First name Last name: Occupation. Business card, self-identification, self-fashioning. In the case of photography we should better say: self-portrait. In the case of Hynek Alt, the photographer, we should better say: a video of a stranger.

Hynek Alt: Photographer. Author: Title. Signature, self-affirmation, self-expression. As well as a double distance: the photographer Hynek Alt portrays the Photographer by the moving image of a stranger. Perhaps this is his good-bye to photography (we can define something only when it's brought to a close – Hynek Alt: Photographer).

Perhaps an image of the Photographer can be made only after the borders of photography are crossed over and the medium is perceived >from the outside, by means of the moving image for example. Yet it would be trivializing to conceive of photography as static. Here we are dealing rather with its very border – we potter on it. It is the same purposeless drifting around on the margins, which Hackenschmied portrayed in his Aimless Walk, a filmic portrait of the photographic gesture. Alt's approach is minimalist: he compresses the situation by setting it into a studio; he encircles the Photographer in a minimal space and so forces him to reveal what is essential about him: the aimless walk is reduced to hesitant pottering (the smallest model of this movement is visual scanning).

The essence of the Photographer is his gesture: the flickering attention, probing touches, drawing near and away. Flusser describes photographic gesture's salutatory searching as the "phenomenological doubt," which tries to get close to phenomena by constantly changing viewpoints. "The photographer doubts, yet his doubts are of different nature than scientific, religious, or existential doubts. It is a new kind of a doubt, in which hesitations and decisions are ground into pieces – it is a quantifying, atomizing doubt." The photographer does not assume one exclusive viewpoint, but takes as many of them as possible (the shutter is constantly clicking). What kind of attitude is this, what kind of place does he assume?

At the still point of the turning world. Neither flesh nor fleshless; Neither from nor towards; at the still point, there the dance is,
But neither arrest nor movement. And do not call it fixity,
Where past and future are gathered.
Neither movement from nor towards,
Neither ascent nor decline. Except for the point, the still point,
There would be no dance, and there is only the dance.
I can only say, there we have been: but cannot say where.
And I cannot say, how long, for that is to place it in time.

(T.S. Eliot, Four Quartets)

The photographic gesture is often compared to the lurking gesture of a hunter. It is, however, beyond the categories of the active and the passive since the photographer and the camera are united into a single indivisible function. As Jean-Luc Godard says in his self-portrait, the artist is not as much a creator or a producer as a receiver: "the camera, for me, cannot be a rifle, since it is not an instrument that sends out but an instrument that receives." The self-portrait, then, should not show the artist himself but rather that which he perceives: not what he makes of film or photography but what these media make of him.

We can see what Hynek Alt's images show to us. What is it his Photographer sees? Hynek Alt: Photographer, of course. One can see oneself only as an image.

 

Text: Tomás Dvorák

 

Tim Deussen   FotoGen

Oktober

 

FotoGen
Eine Ausstellung über die Macht der Ausstellung.
In der Zeit vom 05. bis zum 27. Oktober fand in der Galerie35 die sich selbstproduzierende Ausstellung „FotoGen” statt. Passanten wurden Teil der Ausstellung, in dem sie ihr Porträt an einem der Ausstellungstermine aufnehmen liessen, oder sie waren Kurator und wählten eins der aufgenommen Porträts zur Aufhängung aus.

In seinem Buch „Der ästhetische Imperativ“ schreibt Peter Sloterdijk:
„Das Herstellen von Kunst dreht sich um ein Ausstellen von Kunst, die sich um ein Herstellen von Ausstellungen dreht. Der moderne Kunstvermittlungsapparat hat sich als Vorzeigemaschine installiert, die längst mächtiger ist als jedes einzelne auszustellende Werk. Der Prozess der Ausstellungsherstellung mit seinem merkantilen Kern und seinen publizistischen Flanken ist autonom geworden. Er rast selbstläufig über seine Exponatmassen hinweg und zeigt in letzter Instanz keine andere Werkmacht mehr als die seine. ... Sicher ist nur: Kein Bild kann noch so viel bedeuten wie der wiederverwendbare Haken, an dem es vorübergehend hängt.”

Es macht also keinen Sinn mehr, irgendwelche Kunstwerke auszustellen, da der Grundgedanke der Freiheit der Kunst von vornherein durch den Machtanspruch der Ausstellungsmaschinerie erstickt wird. Folglich ist die einzige Möglichkeit des Kunstwerkes sich aus diesem Würgegriff zu befreien, eine Meuterei anzuzetteln und die Ausstellung an sich zum Kunstwerk zu erklären. Die Ausstellung wird zur Mutter aller Kunstwerke erhoben und produziert sich fortan selbst. Mit ihrer Vollendung endet sie und wird wieder abgebaut. Die elitäre Rolle des Kurators wird an den Besucher übergeben. Die Kunst wird demokratisiert.

 

Aktion Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung

2-wöchige Aktion im November

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (kurz: AK Vorrat) ist ein Zusammenschluß von Juristen, Journalisten, Bürgerrechtlern und ganz normalen Menschen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die anstehenden Neuregelungen der Telekommunikationsüberwachung zu verhindern.
Der AK Vorrat wird von der festen Überzeugung getragen, daß in einer aufgeklärten Demokratie das Primat der Freiheit zu gelten habe. Sein Ziel ist also eine breite gesellschaftliche Debatte über Werte und Normen der deutschen, aber auch der europäischen Demokratie.
Zur Zeit (Stand: 01.10.2007) unterstützen über 50 Bürger- und Menschenrechtsorganisationen und Verbände unsere
„Gemeinsame Erklärung zum Gesetzentwurf über die Vorratsdatenspeicherung”, die im Internet unter
http://www.vorratsdatenspeicherung.de zu finden ist.

Kontakt:mail@galerie35.de

 

Saldjan Nedeljkovic  Retrospect Exp.

Dezember

Seit Anfang der 90er Jahre sammelt Saldjan Nedeljkovic Bilder aus Zeitungen und Zeitschriften.
In den letzten paar Jahren sind auch die vom Internet herunter geladenen Bilder dazugekommen, die nach Begriffen in Ordnern abgelegt werden. Mittlerweile ist so etwas wie ein Bild-Archiv entstanden.
Von dieser Bildersammlung ausgehend, präsentierte der Künstler eine installative Arbeit.